BILD rudert zurück: Immer mehr Widersprüche im Fernandes-Ulmen-Skandal

Jetzt rudert sogar BILD zurück. In ihrer gestrigen Analyse „Der Fall Fernandes: Immer mehr offene Fragen“ listet das Blatt genau die Widersprüche auf, die wir hier seit Tagen thematisieren

BILD rudert zurück: Immer mehr Widersprüche im Fernandes-Ulmen-Skandal
Unschuldsvermutung statt Hexenjagd. Jetzt zieht selbst BILD nach – und stellt die Frage, die alle anderen ausblendeten: Wird Collien Fernandes für die Kampagne instrumentalisiert?

Die Vossische Zeitung hatte von Tag eins an recht: Unschuldsvermutung statt Hexenjagd. Jetzt zieht selbst BILD nach – und stellt die Frage, die alle anderen ausblendeten: Wird Collien Fernandes für die Kampagne instrumentalisiert? Und dient der Fall nur als Turbo für ein Überwachungsgesetz, das weit über Deepfakes hinausgeht?

Vossischen Zeitung
26. März 2026

Während große Teile der Medienlandschaft und Prominenz noch vor einer Woche „volle Solidarität mit Collien Fernandes“ riefen und Christian Ulmen medial bereits verurteilt hatten, hat die Vossische Zeitung konsequent etwas anderes getan: die Unschuldsvermutung hochgehalten, die offenen Fragen benannt und vor allem gefragt – wie geht es eigentlich der 13-jährigen Tochter bei diesem öffentlichen Rosenkrieg?

Genau das macht uns aus. Seit 1704. Und genau deshalb liegen wir auch diesmal richtig.

Jetzt rudert sogar BILD zurück. In ihrer gestrigen Analyse „Der Fall Fernandes: Immer mehr offene Fragen“ listet das Blatt genau die Widersprüche auf, die wir hier seit Tagen thematisieren: Was hat Ulmen wirklich „gestanden“? Warum wurden die deutschen Ermittlungen in Itzehoe bereits im Juni 2025 eingestellt? Warum fehlten diese entscheidenden Details im großen Spiegel-Titelstück? Und wie wurde aus einem privaten Ex-Partner-Konflikt mit widersprüchlichen Aussagen innerhalb von Tagen ein bundespolitischer Fall?

Die großen Ungereimtheiten, die BILD jetzt selbst anspricht

  • Das angebliche Geständnis: Fernandes spricht von einem klaren „Ich war das“ zu Weihnachten 2024 und einer belastenden E-Mail. Ulmens Anwalt nennt alles „unwahre Tatsachen“ und „einseitige Schilderung“. Ein volles Geständnis oder nur ein Trennungsgespräch unter Druck? Die Frage bleibt offen.
  • Die eingestellten deutschen Ermittlungen: Anzeige in Berlin, Abgabe nach Itzehoe – Verfahren im Juni 2025 wegen fehlender Mitwirkung eingestellt. Fernandes’ Anwältin widerspricht, spricht von nicht zugestellten Briefen. Warum wurde das im Spiegel kaum erwähnt?
  • Die Tochter im Fokus: Während andere Medien die 13-Jährige komplett ausblendeten, haben wir von Beginn an gefragt: Was macht diese Kampagne mit dem Kind? Die Vossische Zeitung hat die menschliche Seite nie vergessen.

Das ist kein Einzelfall. Das ist das Muster der Empörungsmaschinerie.

Wer bezahlt eigentlich für diese Kampagne – und wer profitiert vom „Blitz-Gesetz“?

Genau hier wird es brisant. Justizministerin Stefanie Hubig (SPD) nutzt den Fall bereits für ein „Blitz-Gesetz“ gegen digitale Gewalt: Deepfakes sollen härter bestraft, Betroffene leichter klagen können. Das klingt vernünftig. Aber parallel explodieren Forderungen nach der Klarnamenpflicht im Netz. NGOs wie HateAid, die Fernandes unterstützen, drängen seit Jahren darauf. Innenministerium findet es „nachvollziehbar“. Der Bundestag debattiert.

Die Frage, die sich aufdrängt: Wird Collien Fernandes (bewusst oder unbewusst) für eine Kampagne instrumentalisiert, die weit über ihren Fall hinausgeht? Es gibt keine öffentlichen Belege für direkte Zahlungen. Aber die Timing ist auffällig perfekt: Trennung 2025, Anzeige in Spanien, Spiegel-Titel genau jetzt – kurz bevor das Gesetz durchgepeitscht werden soll.

Wer hat ein echtes Interesse daran?

  • Der Staat: Längere IP-Speicherung, leichtere Identifizierung von Kritikern, Ende der Anonymität.
  • Finanzierte NGOs: Mehr Geld, mehr Einfluss im „Kampf gegen Hass“.
  • Plattformen: Mehr Haftung, mehr Datenlieferung.

Die Klarnamenpflicht hätte im Fall Fernandes übrigens null verhindert – die Fake-Profile liefen ja unter ihrem echten Namen. Es geht um etwas Größeres: Die Kontrolle des Netzes.

Die Geschichte der Empörungshysterie – und warum die Vossische immer anders war

Wir erinnern uns nur ungern:

  • Gil Ofarim: Davidstern, Antisemitismus-Vorwurf – sofortige Medien- und Polit-Hysterie. Später brach alles zusammen.
  • Rammstein: Schwere Vorwürfe, Konzerte in Gefahr – einige Fälle eingestellt oder relativiert.
  • Til Schweiger: Set-Mobbing – Vorverurteilung, später zurückgenommen.

Und die klassischen Fälle, bei denen reflexartig „rechter Fremdenhass“ gerufen wurde: Brände in Kassel, Halle und anderen Städten an Asylunterkünften oder Einrichtungen. Medien und Politik gingen sofort in die Vollen. Später stellte sich heraus: Oft Selbstverschulden, Versicherungsbetrug durch die Betreiber selbst.

Immer dasselbe Muster: Emotion zuerst, Fakten später. Die Vossische Zeitung hat das nie mitgemacht. Wir stellen die Unschuldsvermutung in den Mittelpunkt – nicht aus Naivität, sondern aus Prinzip. Und wir fragen nach den Folgen für Unbeteiligte, besonders Kinder.

Fazit der Vossischen Zeitung: Bevor wir ein neues Netz-Kontrollgesetz mit Klarnamenpflicht durch den Bundestag jagen, müssen alle Widersprüche im Fall Fernandes/Ulmen lückenlos aufgeklärt sein. Sonst wiederholen wir nur die alten Fehler – auf Kosten von Karrieren, Familien und der Meinungsfreiheit.

Die Vossische hatte recht. Von Anfang an.
Und das bleibt so.