Münchens neuer „Bürgaymeister“: Wenn die Standarte der Sache schadet - Kommentar
Münchens neuer OB Dominik Krause setzt auf Identität statt Sachpolitik. Wer Gleichberechtigung will, darf seine Sexualität nicht als politische Standarte nutzen.
München hat gewählt, doch statt eines Oberbürgermeisters für alle Bürger scheint die Landeshauptstadt einen Selbstdarsteller seiner eigenen Identität bekommen zu haben.
Die Entscheidung für Dominik Krause als Nachfolger im Rathaus markiert einen besorgniserregenden Trend in der modernen Politik: Die vollständige Verschmelzung von privater Lebensführung und öffentlichem Amt. Wenn Krause sich aktiv als „Bürgaymeister“ tituliert und seine sexuelle Orientierung wie eine Standarte vor sich herträgt, verlässt er den Boden der überparteilichen Repräsentation. Es stellt sich die dringende Frage, ob hier die Verwaltung einer Millionenmetropole im Vordergrund steht oder die Forcierung einer grün-linken Identitätsagenda.
Wahre Gleichberechtigung ist ein hohes Gut, doch sie wird durch dieses Verhalten konterkariert. Wer den Anspruch erhebt, gleichberechtigt zu sein, muss die Souveränität besitzen, seine Sexualität als das zu behandeln, was sie in einem politischen Amt sein sollte: Privatsache und funktional vollkommen irrelevant. Die permanente Zurschaustellung der Regenbogenfahne als politisches Distinktionsmerkmal schadet dem Anliegen der Akzeptanz mehr, als sie ihm nutzt. Sie suggeriert eine Sonderstellung, die dem Ideal der Gleichheit – der Bedeutungslosigkeit persönlicher Merkmale in der Sachpolitik – diametral entgegensteht.
Ein Oberbürgermeister sollte durch Konzepte für Wohnraum, Verkehr und Wirtschaft überzeugen, statt sich über seine sexuelle Identität zu definieren. Indem Krause das Private zum Markenkern erhebt, reduziert er sich selbst auf ein Teilmerkmal und verliert den Blick für das Ganze. München braucht eine sachorientierte Führung und keine moralisierende Symbolpolitik, die Differenzen eher zementiert, als sie im Sinne eines gemeinsamen bürgerlichen Fundaments aufzulösen.
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